Premiere am 4.3.

Glücklich ist, wer vergisst

1874 verursachte ein kapitaler Börsenkrach in Wien eine allgemeine wirtschaftliche Depression. Die melodienselige Einsicht war damals: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“. Walzerkönig Johann Strauß wollte mit diesem berühmten Satz aus seiner „Fledermaus“ die Sorgen der Leute verdeutlichen – und hinwegfegen. Das Meisterwerk der klassischen Wiener Operette wurde im selben Jahr in Wien uraufgeführt und gilt bis heute als konkurrenzloses Glanzstück des Genres.

Noch im Uraufführungsjahr trat die Operette ihren Siegeszug über Berlin bis nach New York an. Gesellschaftliche Brisanz hat das Werk durch den für damalige Operetten mehr als ungewohnten Gegenwartsbezug auch heute noch. „Die Fledermaus“ hielt dem bürgerlichen Publikum der Zeit, das zwischen dem Glanz eines aristokratischen Lebensstils und den ersten existenziellen Krisen die Erfahrung sozialer Instabilität machte, den Spiegel vor. In seiner Inszenierung will Opernintendant Axel Köhler das Straußsche Meisterwerk augenzwinkernd auf unsere Realität beziehen, denn viel hat sich seit den Zeiten des Walzerkönigs nicht geändert: Es wird um Geld, hohe Ämter und ein rauschenden Fest gehen, das in totaler Ernüchterung endet.


Premiere: 4. Februar, 19.30 Uhr, Opernhaus, www.buehnen-halle.de

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